LÜGENDETEKTOR
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Das Stadion kostet nichts.
Die Stadt würde jährlich auf 1.726 Mio. Franken Baurechtszins verzichten. Das macht in 92 Jahren 158.8 Mio Franken zugunsten Credit Suisse. 105 Mio. sind jedoch nur für den Stadionbau veranschlagt. Also 53 Mio. Franken Gewinn zugunsten der CS.
Für die CS ist der Zinsverzicht nicht hypothetisch: Beim Bau eines entsprechenden Rendite-Objekts müsste die Grossbank den ordentlichen Baurechtszins in Höhe von rund 3 Mio. Franken jährlich zahlen, und ihre Rendite würden um 1.7 Mio gekürzt.
Das zeigt mehr als deutlich, was für ein Finanzierung-Bschiss am Stimmvolk betrieben wird, wenn es heisst, das neue Stadion koste die Stadt nichts.
Der Letzigrund ist zu gross. Er ist immer halb leer. Statt 25 000 gibt das neue Stadion 18 000 Zuschauern Platz. Und zwar ohne Tartanbahn zwischen Spielfeld und Publikum.
Das Letzigrund kann mit geringerem Aufwand angepasst werden. Das Letzi war EM-tauglich. Für 125 Mio. Franken wurde das Stadion zur EM ’08 umgebaut. Was für eine EM recht ist, sollte für lokale Spiele billig sein.
Mit dem Projekt Ensemble bliebe eine Stadionleiche zurück. Die Mieteinnahmen von den Clubs von jährlich 1 Mio. gingen zugunsten HRS/Stadion Züri AG.
Und für das Letzigrund gibt es nach dem Bau dieses Hardturm-Bschisses kein vernünftiges Konzept. Die Stadt müsste für die Defizite aufkommen. Es kostet alle etwas: die Stadt, das Stimmvolk, das Quartier und die Fussballclubs, auf die höhere Polizeikosten zukommen.
Fussball begeistert die Jugend. Dazu braucht es Nähe. Der Letzigrund aber kann keine familiäre Stimmung erzeugen. Darin verlieren wir uns.
Die Begeisterung der Jugend für Fussball gibt es auch ohne Projekt Ensemble. Im Gegenteil, das Stadion ist einzig für Profi-Fussballer, steht die meiste Zeit leer, denn gespielt wird maximal 1-mal die Woche. 30’000m2 nur für hoch-bezahlte Profi-Fussballer.
Für 125 Mio. Franken wurde das Letzigrund zur EM ’08 umgebaut. Mit wenigen Anpassungen könnte der Letzi wieder in das EM-taugliche Stadion von 2008 umgewandelt werden. Das sollte für lokale Spiele nur billig sein.
Statt Amateurplätze – eben für Fussball-begeisterte Jugendliche zu bauen – soll ein weiterer Fussball-Tempel für Profis gebaut werden, auf 30’000 m2 Land. Dabei herrscht Dichtestress auf Amateur-Fussballplätzen, wie letzthin in der Presse berichtet wurde.
Ein Bremsklotz will das Stadion verhindern.
Bremsen ist wichtig, wenn klar wird, dass etwas aus dem Ruder läuft. Das Projekt Ensemble würde völlig aus dem Ruder laufen. Monströse Riesen-Türme, welche die Einheimischen ihre eigene Stadt nicht mehr wiedererkennen liesse. Totale Versiegelung von 55’000 m2 Boden, trotz Hitzeinsel und Baumsterben andernorts bei ähnlich hoher Versiegelung. Der Bruch alle demokratisch legitimierter städtebaulicher Richtlinien. Die Nichtbeachtung der Gemeindeordnung betreffend gemeinnützige Wohnbau. Bremsen ist eindeutig höchste Zeit!
Hinzu kommt, dass das sog. Null-Franken-Stadion die Stadt erst noch Geld kosten würde, verzichtet sie doch jährlich auf 1.7 Mio. Franken Baurechtszins einzig gegenüber der Grossbank CS. Auf 92 Jahre, so lang läuft der Baurechtsvertrag, würde das 158.8 Mio. Franken ausmachen. Dabei soll das Stadion nur 105 Mio. Franken kosten. Da zu behaupten, das Stadion koste nichts, ist eine dreiste Lüge!
Eine 3,5-Zimmer-Wohnung (80 m²) ist ab 2200 und 4,5 Zimmer (110 m²) ab 2980 Franken. Die Durchschnittspreise für diese Segmente betragen gemäss dem Bauunternehmen HRS 2300, 2500 und 3200 Franken. «Das sind keine Luxuswohnungen»
Die genannte Preise sind exklusiv Nebenkosten. Jedenfalls kosten 100 m² durchschnittlich 3’650.- Franken. Das kann sich ein Normalverdiener nicht leisten, und Familien schon gar nicht.
Bei einer Rendite von 5.7% („Badran – die zehnte Stadträtin?“, TA vom 22.09.2018) auf den Mietwohnungen könnte man diese sogar noch günstiger anbieten, oder die involvierten Pensionskassen könnten den Rentnern höhere Renten auszahlen, wenn nicht 500 Franken pro Wohnung und Monat ans Stadion gezahlt werden müssten. Dass das Stadion die Stadt nichts kosten soll, ist auch so ein Bschiss am Stimmvolk.
Geplant ist, 300 gemeinnützige Wohnungen zu bauen plus 570 Wohnungen in zwei Türmen.
Das ist der reinste PR-Bschiss am Stimmvolk. In Tat und Wahrheit sind auf dem Areal nur 174 gemeinnützige Wohnungen geplant. Die weiteren gemeinnützigen Wohnung sind nicht Bestandteil des Projekts. Sie müssen aber von der Stadt bezahlt werden, kosten 90 Mio. Franken, wie der TA am 13. Oktober in «Geheimer Stadion-Deal» aufdeckt! Das Stimmvolk wurde also regelrecht angelogen, von der Stadt, den Investoren und allen Befürwortern. Das ist ein Skandal und ein veritabler Bschiss am Stimmvolk!
Ganz abgesehen davon, dass dem Quartier gemeinnützigen Wohnungen in Hintertozigen nichts nützen. Für die Mieter ist die zu vermutende beliebige Lage auch nicht attraktiv. Und die Wohnungen wären erst noch zu renovieren…
Abgesehen davon können gemeinnützige Wohnungen auch ohne Stadion gebaut werden. Im Koch-Areal wird das beispielsweise gerade vorgemacht. Auch könnte man das dann im Rahmen einer gut durchdachten Stadtentwicklung. Und die Stadt müsste nicht 92 Jahre lang jedes Jahr auf 1.7 Mio. Franken Einnahmen verzichten. Dass das Stadion die Stadt nichts kosten soll, ist nämlich ein Bschiss am Stimmvolk.
Mit dem Grossteil der Rendite werde der Bau des Stadions querfinanziert, das 105 Millionen kostet.
Das ist der grösste Bschiss überhaupt. Gegenüber der Grossbank CS verzichtet die Stadt auf jährlich 1.7 Mio. Franken Baurechtszins. Das macht über 92 Jahre 158.8 Mio. Franken. Dabei soll das Stadion nur 105 Mio. kosten. CS streicht also nur schon mit dem Baurechtszins 53.8 Mio. Franken Gewinn. Das ist ein veritabel teures Null-Franken-Stadion.
Und das ganz zu schweigen von den Renditen. Wenn schon zugunsten Pensionskasse, dann sollte man sie vollumfänglich den Pensionskassen zukommen lassen. Im aktuellen und noch länger anhaltenden Niedrig- und Negativzins-Umfeld haben die Pensionskassen grösste Mühe, eine vernünftige Rendite zu erwirtschaften. Eine höhere Rendite käme nicht nur den Rentnern zugute, sondern wegen des zu hohen Mindest-Umwandlungssatzes auch den heutigen und zukünftigen Beitragszahlern. Dann könnten die heute Aktiven mehr für sich selbst ansparen und so die unerwünschte Umverteilung könnte langfristig reduziert werden. Die Pensionskassen brauchen dieses Geld dringender als die Grossbank Credit Suisse.
Bei der SP-Initiative gibt es zu viele Unwägbarkeiten.
Die SP-Initiative ist nicht unser Thema. Die «Unwägsamkeiten» beim Projekt Ensemble reichen voll und ganz. Alle demokratisch legitimierten städtebaulichen Richtlinien, ja sogar die Gemeindeordnung wird hinsichtlich des Drittelziels gemeinnütziger Wohnungen würden gebrochen.
Die Gewinne erzielte die CS allein mit 53 Mio. Franken durch die Differenz Baurechtszinsnachlass abzüglich Baukosten Stadion. Und die HRS/Stadion Züri AG, welche lediglich 30’000.- Franken Baurechtszins bezahlt und von den Clubs jährlich 1 Mio. Franken Miete einstreicht.
Auch stellt sich die Frage, was passiert, wenn der Immobilienmarkt zusammenbricht. Dürfen wir die zunehmenden Berichte über eine drohende Immobilienblase und über zu viel Wohnungsbau einfach so ignorieren? Wird das Stadion auch dann finanziert werden können?
Was passiert, wenn die Clubs zu wenig einnehmen? Wer bezahlt dann die Miete zuhanden der Stadion Züri AG? Wie sieht der Heimfall bei Bankrott der AG aus?
Was ist mit den hohen zu erwartenden Heimfallkosten nach 92 Jahren? 80% Marktwert werden ominöse Abschreibungen entgegengestellt, obwohl in 92 Jahren noch grössere Wohnungknappheit in Zürich zu erwarten ist.
Und und und…
Dieses Projekt als sichere Investition darzustellen ist der reinste Bschiss am Stimmvolk.
Christian Portmann, Präsident des Genossenschaftsverbands, plädierte dafür, die Chance für 870 neue Wohnungen zu ergreifen.
Interessant, dass ausgerechnet der Präsident der Wohnbaugenossenschaften sich mehrheitlich für Wohnungen ausspricht, die durch eine profitorientierte Grossbank gebaut werden. Für ein paar Genossenschaftswohnungen scheint ihm jedes Mittel recht, selbst jegliche Grundsätze einer guten Stadtentwicklung scheint er zu opfern bereit zu sein.
Was aber noch schlimmer wiegt, ist die Tatsache, dass er den PR-Bschiss der Credit Suisse hemmungslos weiter verbreitet. Faktum ist, dass auf dem Gelände keine 300, sondern nur 174 gemeinnützige Wohnungen gebaut werden. Die zusätzlichen 125 Wohnungen müsste die Stadt erst noch für 90 Mio. von der CS kaufen! Die Befürworter sollten sich endlich mal an die Fakten halten, statt das Stimmvolk mit irreführenden Argumenten hinters Licht zu führen.
Es wäre fatal, einen Zusammenhang zwischen Hooligans und dem Stadion herzustellen. Und falls das die Stadiongegner täten, wäre es «schändlich». Schlatter meinte, von den 10 000 im Stadion seien 9800 keine Hooligans.
Der Zusammenhang zwischen Gewalt im Fan-Umfeld und Stadion ist ein Fakt. Fan-Aufmärsche in Hunderterschaften sind für den Normalbürger beängstigend. Ein falscher Blick und die Situation läuft aus dem Ruder. Und das sind nicht die sog. Ultras…
Auch die Zahl der Hooligans ist nicht so klein, wie man uns glauben machen will. Sie verbreiten jedenfalls enorm viel Chaos und Gewalt. Das herunterzuspielen, heisst das Gefahrenpotential verniedlichen und das Stimmvolk bescheissen.
Testosterongesteuerte Randale gibt es um die Stadien herum wie in der ganzen Stadt. Jetzt «Doppelpass» zu lancieren, ist reiner PR-Bschiss. Und soll die Stadt erst noch mehr kosten. Die Clubs steuern nichts als leere Lippenbekenntnisse bei!